Russisch ist die größte slawische und in Europa am weitesten verbreitete Sprache.Sie wird nicht nur in der Russischen Föderation gesprochen, sondern ist in weiten Teilen des postsowjetischen Raums - etwa in Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, Georgien oder Armenien - bis heute Verkehrs-, Bildungs- und Wissenschaftssprache. Wer Russisch lernt, erschließt sich einen vielstimmigen Sprach- und Kulturraum und zugleich einen Zugang zur größten Sprachfamilie Europas. Für viele Familien in Deutschland ist Russisch darüber hinaus Teil der eigenen Sprachbiografie. Der Russischunterricht leistet damit einen doppelten Bildungsbeitrag: Er öffnet neue Perspektiven und stärkt vorhandene sprachliche Ressourcen.
Im Zentrum steht die interkulturelle kommunikative Handlungsfähigkeit. Wie in allen modernen Fremdsprachen fi ndet sprachliches Lernen in bedeutsamen, möglichst authentischen Handlungssituationen statt. Unter den gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Bedingungen kommt dem Fach eine besondere Verantwortung zu: Ein zeitgemäßer Russischunterricht arbeitet multiperspektivisch, unterscheidet zwischen Sprache, Staat und Gesellschaft und befähigt Schülerinnen und Schüler zu einem quellen- und medienkritischen Umgang mit russischsprachigen Inhalten.
Russisch ist in erster Linie eine neu einsetzende Fremdsprache. Eine Besonderheit des Faches ist jedoch die Zusammensetzung der Lerngruppen. Fremdsprachenlernende und Herkunftssprachenlernende arbeiten gemeinsam am selben Thema, bringen aber sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit. In den Fachsitzungen nehmen deshalb die Diagnose der Lernausgangslagen, differenzierende Aufgabenformate, sprachbildende Verfahren und die Entwicklung eigener Materialien einen breiten Raum ein. Hinzu kommen weitere Anforderungen des schulischen Alltags: Konzeption von Leistungsüberprüfungen, alternative Formen der Leistungsfeststellung, das Abitur sowie der Einsatz digitaler Werkzeuge und der reflektierte Umgang mit KI.
Ich verstehe die Ausbildung als begleiteten Professionalisierungsprozess. Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sollen ermutigt werden, eigene Wege zu erproben, offen und kreativ zu unterrichten und ihren persönlichen Unterrichtsstil zu entwickeln. Russisch ist ein kleines Fach; umso wichtiger sind gut ausgebildete Lehrkräfte, die es fachlich fundiert und verantwortungsbewusst vertreten und sich fachlich vernetzen.
Добро пожаловать! Буду рада знакомству и совместной работе.
Anastasia Wendler
Leiterin des fachdidaktischen Seminars Russisch
Fächer: Russisch/Musik
Lessing Gymnasium Uelzen